EBERSBACH – Es war ein richtig schönes, kleines Fest mit Kaffee, Kuchen und guter Stimmung, als die Gemeindemitglieder von Ebersbach die neue Zierde ihrer kleinen Kapelle im Dorf feierte. Im Rahmen eines Gottesdienstes übergab der evangelische Pfarrer Ekkehard Aupperle zwei neue Bilder von Künstlerin Sabine Weigand (www.sabine-weigand.de) aus Abenberg ihrer Bestimmung an der Altarwand der kleinen Dorfkapelle, die vor einem Jahr fein renoviert wurde. Im Kreis einer beachtlichen Zahl an Gottesdienstbesuchern, die sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kapelle dieser sakralen Feier beiwohnten, erläuterte Sabine Weigand die Entstehungsgeschichte ihrer beiden Bilder, die sie im Auftrag der Gemeinde anfertigte. Eigentlich sollte sie nur ein Bild malen, das zu einem bereits angebrachten, konventionellen Druck passen sollte. Doch als sie ihre Arbeit begann, entwickelten sich zwei Bilder, die einander ergänzten bzw. das Motiv fortführten. Daher übergab sie auch das zweite Bild der Gemeinde als persönliches Geschenk.
Für Sabine Weigand stand fest, dass die Kapelle, ein Stück Leben aus der Gemeinde sowie ein geistlicher Bezug mit einander verbunden sein sollten. Bei ihren Recherchen in der Dorfgeschichte fiel ihr das Steinkreuz auf, das am Ortsanfang seinen Platz hat. Durch die Quellen von Heimatpfleger Franz Kornbacher erfuhr sie seine historischen Hintergründe. Ein Großbauer soll an seinem Knecht bzw. an seinem Sohn ein Verbrechen begangen haben. Als Zeichen der Sühne habe der Bauer ein Steinkreuz errichtet. Damit hatte die Künstlerin sogleich ihr biblisches Motiv gefunden, den Mord von Kain an Abel. Die zündenden Impulse während dieser vertieften künstlerischen Phase erhielt sie durch Träume und zahlreiche Besuchen am Steinkreuz und seiner Umgebung und bei der Kapelle. So entstand ein Bild in überwiegend dunklen Acryl-Blautönen.
Dennoch mit einem Verderben, einer Schuld wollte es die Künstlerin nicht beenden lassen. Deshalb streckte sich die linke, vom Herzen kommende Hand der nur verschwommen dargestellten aufrechten Figur dem „Gestürzten“ entgegen. In gleicher Weise hob auch dieser seinen linken Arm nach oben, um die Hilfe anzunehmen.
Damit war für Sabine Weigand der Weg frei für eine heilsbringende Versöhnung. Symbolisiert wurde dies in der dargestellten Kapelle, die sie in Weiß und Gelb erstrahlen ließ. Gedanklich fand diese Thematik seine Fortführung im zentralen Holz-Kruzifixus sowie im zweiten Bild, das sich auf der rechten Wandseite anschloss. Es vertiefte die Hoffnung auf die Jesu Christi im goldenen Lichtschein. Diesen Grundgedanken griff auch Pfarrer Aupperle in seiner Predigt über Kains Brudermord , die Vertreibung aus dem Paradies und das Wiederfinden der Hoffnung für die Menschen auf. So sah auch er in diesen Bildern eine Einheit, die sich farblich ausgesprochen trefflich in das vorgegebene Farbkonzept der Kapelle einfügten.
Als Zeichen der Freude über diese künstlerische Errungenschaft nahm die Dorfgemeinschaft diesen vom Posaunenchor sehr festlich gestalteten Gottesdienst gleich zum Anlass für ein kleines Gemeindefest. Dorfsprecher Thomas Wirth erklärte, nachdem die Verantwortlichen die beiden Bilder der Künstlerin gesehen hatten, war die Entscheidung schnell für Sabine Weigands Werke gefallen.
(UKB)
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