Nicht oft wird ein kräftiges „Kalinka“ in unserer Bartholomäus-Kirche erklingen und weitere bekannte russische Volksweisen; am Sonntag, den 18.April, garantiert. “Iwuschka“ heißt „Bäumchen“ auf russisch. Die Sängerinnen und Sänger wohnen in Hof in Oberfranken, sind aber Aussiedler, die in Kasachstan oder Sibirien aufgewachsen sind.
Man kann es an der Stimme hören, was einer in seinem Leben erlebt und durchgemacht hat. Die Männer und Frauen dieses Chores singen besonders kräftig und eindringlich. Alle haben noch die Sowjetzeit erlebt, die Eltern waren vielleicht in Arbeitslagern, der Kampf ums Überleben war Alltag. Religion war offiziell verboten, die evangelischen Deutschstämmigen trafen sich heimlich in den Häusern, die Babuschkas tauften die Kinder und lasen aus dem Predigtbuch. Es war aber erlaubt, sich zum Singen, Tanzen und Theaterspielen in den staatlichen Kulturhäusern, den „dom kulturi“ zu treffen, diese Tradition haben sich die Iwuschkas bewahrt und pflegen in Hof ein reiches Kulturleben. Ich habe an vielen Kulturabenden teilgenommen, weshalb der Chor sogar zu meiner Verabschiedung aus Hof gesungen hat.
Ich würde mich freuen, wenn sich viele Gemeindeglieder zu diesem Gottesdienst einladen lassen!
