Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Jahreslosung 2011 |
Römer 12,21 |
Positive Beispiele gibt es viele: Schon seit vielen Jahren finden sich etwa aktive Bürger nicht mehr mit dem Müll auf den Straßen ab und beteiligen sich an organisierten Stadtreinigungsaktionen; andere übernehmen Patenschaften für Kinder aus sozial schwachen Familien, organisieren Mitgliedschaften in Sportvereinen und kümmern sich um Musikunterricht; sie packen an anstatt über die zunehmende Verwahrlosung von Jugendlichen zu klagen. Viele Beispiele von aktivem Einsatz gegen negative Tendenzen ließen sich erwähnen.
Aber ist das nicht wenig mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein? „Das Böse ist immer und überall“ – klingt es in einem bekannten Lied, das Böse ist unendlich einfallsreich in seinen Möglichkeiten, Gutes zu zerstören.
Bereits in der alten Kirche hatte man den Ursachen für das Böse einen Namen gegeben, nannte sie „Die 7 Todsünden“. Die sind erstaunlich aktuell, wenn es darum geht, Motive zu nennen, die den Menschen dazu treiben, Böses in die Welt hineinzubringen. Deshalb will ich sie hier nochmal aufzählen: 1.Hochmut (Stolz); 2. Geiz (Habgier); 3. Wollust (Ausschweifung); 4. Zorn (Sucht nach Vergeltung); 5. Völlerei (Maßlosigkeit); 6. Neid (Eifersucht); 7. Trägheit (Feigheit, Ignoranz). Meiner Meinung nach ist da ziemlich treffend bezeichnet, was Menschen einander antun. Leider wurde diese Einsicht oft dazu missbraucht, mit dem Finger auf andere zu deuten. Trotzdem darf sich jeder fragen, wo er in sich Kräfte spürt, die anderen schaden wollen?
Hierbei ehrlich zu werden, ist sicher ein Schritt zur Überwindung des Bösen.
Die Jahreslosung bezieht noch einen anderen Blickwinkel ein – da wo mas selbst dem Bösen ausgeliefert ist. Manche erleben das im Beruf, wenn sie aus unersichtlichen Gründen geschnitten werden, andere haben Menschen, die ihnen auf alle erdenkliche Weise schaden wollen.
Alles das ist dem Apostel Paulus nicht fremd. Seine Gemeinde in Rom war schweren Verfolgungen ausgesetzt. Die Gläubigen weigerten sich nämlich, dem Kaiser als gottähnliche Person zu huldigen. Sie blieben standhaft in ihrem Bekenntnis, dass Jesus Christus allein Ehre gebührt. Diese Überzeugung brachte ihnen nur Schwierigkeiten – leicht hätten sie dem aus dem Wege gehen können, sie hätten sich nur anzupassen brauchen.
Sie blieben jedoch ihren Grundsätzen treu und setzen sich in aller Stille für die Sache Gottes ein, liebten ihre Feinde und taten denen Gutes, die sie hassten. Mit den Jahren hatte sich die Haltung der Christen bewährt. Während der römische Staat mit aller Korruption und Dekadenz zugrunde ging, fand die Bevölkerung in den christlichen Gemeinden einen zuverlässigen Halt.
Es geht also um die Haltung, die Einstellung – was uns antreibt.
Wie wäre das, wenn wir 2011 bewusst nach Gelegenheiten suchen würden, das Böse mit dem Guten zu überwinden?
Herzlichst,
Pfarrer Ekkehard Aupperl
