Kirchengemeinde Barthelmesaurach
Barthelmesaurach – ein Dorf im Wandel
Bürger erzählen
Auftaktveranstaltung zum 775-jährigen Jubiläum der Gemeinde Kammerstein

„Wie kann unser Dorf weiterhin ein lebens- und liebenswerter Ort bleiben“ fragte Pfarrer Ekkehard Aupperle die zahlreichen Besucher der Auftaktveranstaltung zum 775-jährigen Jubiläum der Gemeinde Kammerstein im Gasthaus Gundel.

Die Antwort war eindeutig, die Lebensqualität eines Dorfes hänge daran, ob es auch in Zukunft gelinge, Menschen anzustiften sich für das Dorf einzubringen. Pfarrer Aupperle brachte dazu einen Vergleich mit der Kirche: „Wo Glaube zur Privatsache wird, stirbt die Kirche“.

Wie engagiert in den vergangenen Jahrzehnten die „D’rauracher“ ihr Dorfleben gestaltet haben, zeigte Reiner Koch anhand von vielen Bildern über Feste, Kirchweihen und Aktivitäten der Vereine und der Kirchengemeinde. Reiner Koch zählte auf was es nach dem 2.Weltkrieg alles in Barthelmesaurach gab, bevor es im Laufe der Jahrzehnte verschwand: Viele Handwerksbetriebe, z.B. 4 Schuster, 3 Schneidereien oder 3 Tankstellen. 3 Lebensmittelläden stellten die Nahversorgung sicher. Vor allem gab es bis Ende der 1950iger Jahre noch 60 landwirtschaftliche Betriebe von denen heute keiner mehr bestehe. Diese hatten natürlich auch das Lebensgefühl geprägt, indem sie das Jahr bewußt mit dem Kreislauf der Natur erlebten, dem Wechsel von Saat und Ernte.

Das Dorf hat sich durch 2 Siedlungsgebiete räumlich ausgeweitet, ist dabei aber nicht in der Bevölkerung gewachsen, weil die Häuser früher von mehreren Generationen bewohnt waren. Ein Gewerbegebiet hat zum Teil den Strukturwandel in der Landwirtschaft aufgefangen, ein schneller DSL-Anschluss machte das Dorf fit für die Informationsgesellschaft. Ein Dorf im Wandel – darin waren sich im lebhaften Austausch die Besucher alle einig. Zeitlos gültig bleibt jedoch die alte Weisheit, dass es an den Einzelnen liegt, wie menschlich sich der Wandel gestaltet.

Barthelmesaurach - Fröhliches Kirchweihtreiben kurz nach dem Krieg
Fröhliches Kirchweihtreiben kurz nach dem Krieg
Barthelmesaurach um ca. 1937
Barthelmesaurach um ca. 1937